Firmengründung Bulgarien

Firmengründung in Bulgarien

Eine Firma kann in Bulgarien jeder EU-Bürger gründen, der 18 Jahre vollendet hat und geschäftsfähig ist. Firmeneintragungen werden im Handelsregister vorgenommen, entweder persönlich oder durch eine bevollmächtigte Person. Die nationale Agentur für Eintragungswesen “NAP” ist für die Eintragungen von Firmen nicht zuständig, dient aber im weiteren Verlauf als Steuerbehörde. 

Es gibt 5 gängige Gesellschaftsformen in Bulgarien: Continue reading

Bulgarien – Wie ein Land sein Volk verliert

Würde man in Bulgarien eine Umfrage starten, was die größten Probleme des Landes sind, bekäme man wahrscheinlich je zu einem Drittel Politik,Korruption und die Parallelkultur der Roma zu hören. Diese Probleme sind sicherlich real und wahr, wenn auch nicht immer objektiv erfasst. Dieser Staat hat aber ein weiteres, vielleicht sogar größeres Problem: Er stirbt aus. Continue reading

Nekrologe – Die allgegenwärtigen Traueranzeigen

Man findet sie oft an Haustüren und Strassenlaternen: Nekrologe, Todesanzeigen. In Deutschland veröffentlicht man sie in Zeitungen,  hier in Bulgarien an Eingangstüren, öffentlichen Flächen . Auch alte,unbewohnte Häuser werden oft regelrecht mit Nekrologen tapeziert. Man klebt sie vorwiegend an Orte, an denen der Verstorbene oft verkehrte, vor seine ehemalige Arbeitsstätte, in der Nachbarschaft des letzten Wohnsitzes und an dafür gemachten Anschlagsflächen an Kirchen und Friedhöfen. Am Wohnhaus der verstorbenen werden zusätzlich Schwarze schleifen angebracht. Der Zweck des Ganzen ist es, Verwandte und Bekannte möglichst schnell über den Verlust eines Mitmenschen zu informieren, da in Bulgarien Beerdigungen meist innerhalb 48 Stunden vorgenommen werden.  Todesanzeigen werden zum Gedenken wieder aufgefrischt, meist nach 40 Tagen, 6 Monaten,   1,2,5,10 … Jahren. Dieses erneute Anbringen lädt oft  auch gleichzeitig zum gemeinsamen Andenken ein. In einigen Städten oder Strassenzügen, gerade in Tourismusgebieten, ist das anbringen von Nekrologen mittlerweile verboten.

Alltag in Deutschland und Bulgarien – Ein direkter Vergleich

Vor kurzem hatte ich ,wie fast jeden Sommer, für einige Tage die Gelegenheit, das Leben in Deutschland im Alltag  zu erleben. Dieses mal habe ich gezielt auf Unterschiede – und Gemeinsamkeiten – geachtet. Hier das Ergebnis:

Individualismus

Das erste was mir aufgefallen ist, das es in Deutschland viel mehr Individualisten gibt. Leute, die sich durch Kleidung, Frisur, Auto, Sprache oder Verhalten von der breiten Masse abheben wollen. Wenn man an der richtigen Stelle kuckt, kann man auf 7 Meter Straße 2 Punks,1 Gothic, 3 Hippies und einen Clown finden.  In Bulgarien gibt es das zwar auch, aber sehr viel seltener. Die Bulgaren streben in der Regel alle ein und das selbe Schönheitsideal an, das durch Film und Fernsehen und die landeseigene “Chalga”-Popkultur  hochgehalten wird. Viele Bulgaren leben nach dem Motto “Bloß nicht auffallen”.

Ordnung

Das erste was andersherum einem Deutschen in Bulgarien auffallen würde ist die fehlende Ordnung. Und hiermit meine ich noch nicht einmal nur das allgegenwärtige Müllproblem Bulgariens oder die aufgrund mangelnder finanzieller Mittel oft katastrophalen Zustände der öffentlichen Gebäude und Flächen. Der ganze Alltag in Deutschland läuft geordneter ab, man weiß, wo man hingehen muss um das Gewünschte zu bekommen oder zu erreichen. Auch wird in Deutschland viel mehr Zeit und Energie in die Einhaltung der (öffentlichen) Ordnung gesteckt. Salopp gesagt, während der Deutsche noch den Rasen mäht sitzt der Bulgare schon in der Kneipe bei Kebabche und Rakia.
Das hat natürlich auch Einfluss auf die Einhaltung der öffentlichen Ordnung, die Einhaltung von Recht und Gesetz. Sogenannte Ordnungswidrigkeiten werden in Bulgarien kaum oder gar nicht geahndet bzw. nicht angezeigt, was dazu führt, dass man auf der einen Seite nicht für den verstoß gegen Gesetze und Vorschriften belangt wird, die sich auch mit einem einfachen Gespräch lösen lassen, auf der anderen Seite aber auch, dass bei einem einfachen Streit oder Problem nicht immer der Weg  über die Ordnungshüter genutzt werden kann. Das führt natürlich zu einem ganz anderen Rechtsverständnis:   Kinder in der 4. Klasse in Deutschland kennen oftmals schon Ihre Grundrechte, etwas, woran man in Bulgarien vollends den Glauben verloren hat.

Straßenverkehr

So nett und Freundlich die Bulgaren auch sein mögen, auf der Strasse herrscht der Egoismus. Gefühlt einer von zehn Verkehrsteilnehmern meint, die Straßen seien nur für ihn gemacht und bewegt sich ungeachtet aller anderen Verkehrsteilnehmer, Geschwindigkeitsbegrenzungen und (Überhohl-) Verbote über teilweise Stark befahrene Straßen. Dem gegenüber stehen Senioren hohen Alters, die ihr Fahrzeug im Schneckentempo über die Landschaften tragen und nahezu zum Stillstand kommen, sobald sich ein anderes Fahrzeug nähert. In der Stadt ist diese Gruppe meist heillos überfordert. Polizeistreifen findet man zwar an jeder Ecke (gefühlt häufiger als in Deutschland) und die Strafen sind enorm, dennoch versuchen viele Autofahrer häufig Ihr Glück. Hinzu kommt der schlechte Zustand der Straßen und der oft noch schlechtere Zustand der Autos. In Bulgarien gibt es zwar jährlich eine Art TÜV-Prüfung, aber ein KFZ das lenken, bremsen und leuchten kann hat nichts weiter zu befürchten. Das traurige Resultat sind Unfälle, Verletzte und Tote. Fast täglich hört man in dem 6-Millionen-Einwohner-Land von Leuten, die auf der Straße den Tot gefunden haben. 

Stadt- bzw. Dorfbild 

Jedesmal, Wenn ich durch mein Heimatdorf im gemütlichen Westfalenlande schlurfe, deprimiert es mich etwas: Schöne Häuser, gepflegte Vorgärten und Carports voll mit Familienkutschen. Aber auf der Straße sieht man niemanden, höchstens mal einen Vater, der seinen Hund ausführt. Aber auch mit dem ist außer einem “Guten Tag” im vorbeigehen oft nicht viel anzufangen. In Bulgarien ist das anders. Vor vielen der kleinen Läden des täglichen Bedarfs, die an jeder Ecke zu finden sind Tische und Bänke aufgestellt, an denen man sich nach dem Einkauf niederlässt und sich  austauscht, alle paar hundert Meter steht ein SB-Kaffeeautomat und  vor vielen Wohngebäuden stehen Bänke an der Strasse, auf denen sich Bewohner und Nachbarn zum Tratsch niederlassen.  Viele meiner bekannten (und ich schließe mich da gar nicht aus)  treffen sich nach der Arbeit unverabredet in der Kneipe. Neben den belebten Strassen gibt es noch einen weiteren, weniger schönen Punkt: Der oftmals Desolate Zustand der Bügersteige, verfallenene Wohngebäude für die sich niemand mehr zuständig fühlt und mangelhaft gepflegte Grünanlagen, nicht selten mit Müll und Unrat übersät. Hier fühlen sich die Rudel von Strassenhunden und -katzen am wohlsten, die oftmals auch durch die Orte  ziehen und hoffen, das der ein oder andere Passant etwas essbares Fallen lässt.      

 

 

 

Christo Botev:”Hinrichtung Vasil Levskis” – deutsche Übersetzung

500 Jahre lang wurde Bulgarien unterdrückt von den Osmanen,eine wahrhaft traurige Epoche in der Geschichte des Landes. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts bildete sich eine Untergrundorganisation um den Widerstandskämpfer Vasil Levski, Mit einigen spannenden Geschichten,nachzulesen in der Wikipedia .  1873 Wurde Levski von den Osmanen Gefangen und zum Tod am Galgen verurteilt. Sein Freund, der Autor Christo Botev verfasste ein Gedicht über seinen Tod, von dem sich bislang im netz keine anständige deutsche Übersetzung findet – daher hier meine Version: Continue reading

Mittelalterliche Stadt Cherven

Cherven, ein Dorf mit 302 Einwohnern, 30 km südlich von Russe kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: im 12-13. und 14. Jahrhunderts war die (damalige) Stadt eine beliebte und gut verteidigte Handelsstadt und ein Umschlagplatz für Kohle und Eisenerz. Selbst nach der Eroberung durch die Osmanen 1388 behielt die Stadt, dessen Aussmasse mittlerweile einen Quadratkilometer überstiegen, zunächst ihre Wichtigkeit bei und verlor erst später an Bedeutung. Continue reading

Donaustadt Ruse

Ruse ist mit 165.000 Einwohnern die 5.-größte Stadt Bulgariens und die größte in der Donauebene. Sie liegt direkt an der Donau und ist dank der noch (Stand 08/2012)  einzigen Donaubrücke als einzige Stadt über eine Straßen-/Schienenverbindung mit Rumänien verbunden.  Wie in den meisten bulgarischen Städten wohnt ein Großteil der Bürger in Wohnblocks, meist zwischen 1950 und 1970 errichtet, und oftmals dringend renovierungsbedürftig. Da die Region sehr flach ist, bot sich bei der Errichtung genügend Platz, um  Ruse mit breiten Straßen und Boulevards zu versehen.

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Wandern in Bulgarien: Von Musina zum Emen Canyon

Die folgende Geschichte liegt bereits zwei Jahre zurück:

 

Eigentlich eine aus der Not geborene Idee.  Geplant war, eine  Wanderung um den Emen-Canyon, zu unternehmen.  Der ca. 2 Kilometer lange Canyon mit Höhlensystem, Wasserfall und einem kleinen Stausee am Ende und seine engen Trampelpfade versprechen kurzweilige Wanderungen und Spaziergänge. In dem Höhlensystem befindet sich eine vor der Wende aufgebaute Bunkeranlage und Unmengen an Fledergetier.

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Das Dorf Draganovo – Leben in der Provinz Bulgariens

Draganovo liegt an einer Landstraße, die zwei Kleinstädte miteinander verbindet. Da es in einiger Entfernung noch eine parallel laufende Bundesstraße gibt, ist es dennoch sehr ruhig. Die nächste richtige Stadt, Gorna Orjahovica, ist 15 Kilomenter entfernt, die nächst größere Stadt ist Veliko Tarnovo mit 25 Kilomenter Entfernung. Aber nun genug davon was entfernt ist, ich will das Augenmerk doch auf das Leben im Dorf legen. Continue reading